Wie Sie am besten Ihr Geld anlegen. Anlagetipps für eine sichere Geldanlage

Anlagen für nicht jeden Anleger - komplexere, aber clevere Investments 2022

Am Finanzmarkt gibt es eine Vielzahl von Anlageformen, die sowohl von Sparern als auch Investoren und Spekulanten genutzt werden können. Eine wachsende Anzahl von Bundesbürgern ist allerdings mit ihren aktuellen Optionen unzufrieden, da es sich dabei häufig um niedrig verzinsliche Spareinlagen, Festgelder oder Tagesgeldkonten handelt. Aktien sind zwar renditestark, allerdings scheuen sich viele Anleger aufgrund der teilweise volatilen Börsen vor einem Investment. Vor allem etwas vermögendere Privatkunden stehen daher vor dem Problem, eine geeignete Anlageform zu finden. Dabei gibt es am Markt durchaus eine Reihe von Investmentformen, die zwar auf den ersten Blick relativ komplex erscheinen, aber häufig optimal in ein Portfolio passen.

Über 80 Prozent aller Anleger nutzen Standard-Geldanlagen

Untersuchungen kommen zu dem nicht überraschenden Ergebnis, dass in Deutschland über 80 Prozent aller Anleger und Sparer absolute Standardprodukte in Anspruch nehmen. Dabei handelt es sich in der überwiegenden Mehrheit um die folgenden Geldanlagen oder Formen des Vermögensaufbaus:

  • Spareinlagen
  • Tages- und Festgeldkonto
  • Wertpapiere wie Aktien oder Fonds
  • Anleihen

Vielfach verschenken Anleger dort bares Geld, denn beispielsweise die Zinsen für Spareinlagen sowie Tages- und Festgeldkonten liegen im Durchschnitt unterhalb von 0,8 Prozent. Vor allem für etwas vermögende Privatkunden ist das ärgerlich, denn so entgehen ihnen jährlich Erträge im oftmals vier- bis sogar fünfstelligen Bereich. Deshalb gilt es nach Alternativen zu schauen, die am Anlagemarkt definitiv existieren. Mit einigen Anlageformen, die zwar an den Kunden einen höheren Anspruch stellen, dafür jedoch oft eine clevere Anlagealternative sein können, möchten wir uns im Folgenden näher beschäftigen.

Physische Anlage in Edelmetalle wie Gold und Silber

Eine erste anspruchsvollere Anlageform ist dennoch für die breite Masse an Anlegern geeignet, da sie keineswegs so viel Anlagekapital erfordert, wie manche Kunden meinen. Gemeint ist das Investment in physische Edelmetalle, also insbesondere:

  • Goldmünzen
  • Goldbarren
  • Silberbarren
  • Silbermünzen

Natürlich denkt nahezu jeder bei Gold zunächst an einen sehr hohen Gegenwert, was - bezogen auf die Feinunze Gold - tatsächlich auch der Fall ist. Immerhin würde eine solche 1-Unze-Münzen derzeit über 1.500 Euro kosten. Noch wesentlich tiefer in die Tasche müssten Sie bei größeren Goldbarren ab einem Gewicht von 500 Gramm greifen. Die gute Nachricht ist allerdings, dass zum Beispiel das Silber wesentlich günstiger ist. Dort erhalten Sie zum Beispiel einen 250 Gramm Barren für derzeit rund 250 Euro.

Beim Gold gibt es ebenfalls Alternativen, nämlich die sogenannten Kleinstbarren. Diese haben ein Gewicht zwischen 1 bis 10 Gramm, wobei Sie zum Beispiel für den 5-Gramm-Barren aktuell nur etwa 250 Euro zahlen. Das Investment in Edelmetalle hat zahlreiche Vorteile, die insbesondere in der aktuellen Coronakrise wieder deutlich werden. Gold zum Beispiel gilt als inflationsgeschützt, krisensicher und kann nicht zuletzt in den letzten 10 bis 20 Jahren eine sehr gute Rendite aufweisen. Daher sollten Edelmetalle definitiv heute in jedes Depot gehören, zumindest als Depotbeimischung zu einem Anteil von 10 bis 20 Prozent.

Immobilien: Es muss kein eigenes Haus sein

Eine zweite clevere Anlageform, die nicht unbedingt großes Fachwissen erfordert und ebenso wenig hohe Kapitalsummen, sind Immobilien. Natürlich haben die meisten Menschen auch diesbezüglich eine gewisse Vorstellung, nämlich dass man mindestens mehrere 100.000 Euro haben müsste, um sich ein Haus zu kaufen. Tatsächlich existieren am Markt allerdings mehrere Anlageformen, mittels derer Sie indirekt in das Betongold investieren können und teilweise nur wenige Hundert Euro an Kapital benötigen. Dabei handelt es sich vor allem um die folgenden Alternativen:

  • Offene Immobilienfonds
  • Geschlossene Immobilienfonds
  • Nachrangdarlehen
  • Stille Beteiligungen
  • Crowdinvesting in Immobilien

Zusammengefasst kann also tatsächlich jeder Anleger mit nahezu jedem Budget von den Vorteilen der Sachwertanlage Immobilie profitieren. Sollten Sie sich allerdings für einen Direktkauf entscheiden, also beispielsweise eine Pflegeimmobilie oder eine andere gewerbliche Immobilie kaufen, sollten Sie sich sehr gut am Markt auskennen. Die Renditen bewegen sich bei direkten Immobilien-Investments - natürlich abhängig von der Objektart und der Lage - durchaus im Bereich zwischen jährlich 3,5 bis 6,5 Prozent.

Weitere Sachwerte: Oldtimer, Antiquitäten, Schmuck und Kunstwerke

Immobilien und Edelmetalle sind bei Weitem nicht die einzigen Sachwerte, in die Anleger investieren können. Insbesondere für etwas vermögendere Privatkunden, die sowohl Zeit als auch Lust haben, sich näher mit den Märkten zu beschäftigen, kommen noch eine Reihe weiterer Sachwertanlagen infrage. Dabei handelt es sich zum Beispiel um:

  • Oldtimer
  • Briefmarken
  • Diamanten
  • Schmuck
  • Antiquitäten
  • Spirituosen
  • Kunstwerke

Die Liste an möglichen Anlagen scheint nahezu unendlich zu sein, denn im Prinzip fällt dort jeder Sachwert hinein, der einen gewissen Wert hat und voraussichtlich auch in 10 oder 20 Jahren noch haben wird. Die Einschränkung ist allerdings, dass Sie sich in diesem Bereich bestens auskennen sollten. So müssen Sie beispielsweise wissen, ob ein möglichst Investment zu einem fairen Preis vorgenommen wird oder ob ein Angebot deutlich überteuert ist. Ferner sollten Sie einschätzen können, wie sich der Markt gestaltet und ob Sie beispielsweise in zehn Jahren mit Ihrer Anlage voraussichtlich einen Gewinn erzielen werden.

Crowdinvesting: Anlage in interessante Projekte

Größerer Projekte sind oftmals nur institutionellen Investoren oder sehr vermögenden Privatanlegern vorbehalten, weil es eine vergleichsweise hohe Mindestanlagesumme gibt, die in der Regel mindestens im höheren fünfstelligen Bereich angesiedelt ist. Seit einigen Jahren gibt es allerdings eine clevere Alternative auch für Anleger mit einem kleineren oder mittleren Vermögen, ja sogar für Sparer. Gemeint ist das sogenannte Crowdinvesting, welches oftmals ebenso als Crowdfunding bezeichnet wird. In diesem Fall melden Sie sich zunächst auf einer Plattform an, der sogenannten Crowdinvesting-Plattform.

Dort stellen Kapitalsuchende ihre Projekte vor, indem sie oft schon ab wenigen Hundert Euro investieren können. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Immobilienprojekte, Projekte zum Thema erneuerbare Energien oder sonstige Themen, bei denen der jeweilige Projektinitiator Kapital benötigt. Als Anleger erhalten Sie in der Regel entweder einen festen Ertrag oder eine Gewinnbeteiligung. Die Anlage erfolgt über die entsprechende Plattform. Empfehlenswert ist, dass Sie Ihr Kapital auf möglichst viele Projekte verteilen, um so eine optimale Risikostreuung zu erreichen. Mit dieser Anlageform können Sie also mit wenig Kapital in interessante Projekte investieren.

Private Equity und Venture Capital: Nur für Spezialisten geeignet

Die wohl unternehmerischste Form der Geldanlage fällt in den Bereich Private Equity und Venture Capital. In diesem Fall investieren Sie Ihr Geld direkt in - meistens kleinere oder noch junge - Unternehmen Form einer Beteiligung. Venture Capital Investoren stellen sogenanntes Risikokapital zur Verfügung, mit dem in das entsprechende Unternehmen investiert wird. Ein typisches Beispiel sind nahezu alle Investitionen, die in der bekannten Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“ getätigt werden. Investoren stellen Kapital zur Verfügung, nehmen allerdings normalerweise nicht am operativen Geschäft des Unternehmens teil. Im Gegenzug erhalten Sie im Regelfall eine Gewinnbeteiligung. Sie sollten sich allerdings darüber im Klaren sein, dass zwar einerseits die Gewinne pro Jahr sehr hoch sein können. Auf der anderen Seite besteht allerdings gerade bei kleineren oder jungen Unternehmen fast immer ein Totalverlustrisiko Ihres investierten Kapitals.