Crowdinvesting 2022: So finden Sie die besten Projekte, so funktioniert es!

Investieren in interessante Projekte - Crowdinvesting immer beliebter

Aufgrund der Niedrigzinsphase gibt es eine wachsende Anzahl von Anlegern, die nach alternativen Investments suchen, bei denen die Rendite deutlich höher als zum Beispiel die Zinsen auf einem Festgeldkonto oder für deutsche Staatsanleihen sind. Eine noch vergleichsweise junge Kapitalanlage ist das Crowdinvesting, das vielen Kunden besser unter dem Namen Crowdfunding bekannt. Sie legen Ihr Geld in diesem Fall in interessante Projekte an, die aus verschiedenen Bereichen stammen.

Investieren in Projekte oft nur institutionellen Anlegern vorbehalten

Bisher war es meistens nur seitens institutioneller Anleger oder vermögender Privatkunden möglich, in einzelne Projekte zu investieren. Dies geschieht für gewöhnlich über Stille Beteiligungen, Private Equity oder sonstigen unternehmerischen Einlagen. Im Umkehrschluss bedeutet das meistens für den „normalen“ Anleger und erst recht für Kleinanleger, dass interessante Projekt-Investments nicht möglich sind. Seit es allerdings die sogenannten Crowdinvesting-Plattformen gibt, hat sich das grundlegend geändert. Über entsprechende Portale im Internet haben selbst Kleinanleger und sogar Sparer die Möglichkeit, ihr Kapital in interessante Projekte aller Art anzulegen.

Was ist Crowdinvesting?

Der Begriff Crowdinvesting setzt sich aus den zwei englischen Begriffen „Crowd“ und „Investing““ zusammen. Gemeint ist damit, dass eine Reihe von Menschen, die Crowd, ihr Geld investiert. Tatsächlich ist das ein wichtiger Bestandteil beim Crowdinvesting, nämlich dass zahlreiche Anleger kleinere Geldbeträge zur Verfügung stellen, sodass in der Summe davon auch größere Projekte finanziert werden können.

Ein weiteres Kennzeichen des Crowdinvesting ist, dass Anleger und Kapitalsuchende über spezielle Portale im Internet zusammengeführt werden. Diese werden im Allgemeinen unter dem Begriff Crowdinvesting-Plattformen oder auch Crowdfunding-Plattformen zusammengefasst. Es gibt also auf der einen Seite kapitalsuchende Unternehmen oder auch Selbstständige und auf der anderen Seite Anleger, die interessante Projekte für ihre Investments suchen.

Wie funktioniert Crowdinvesting im Detail?

Die Funktionsweise beim Crowdinvesting ist recht einfach, was sicherlich unter anderem dazu beiträgt, dass diese Art der Investition vergleichsweise beliebt geworden ist. Der Ablauf gestaltet sich sowohl beim Crowdinvesting also beim Crowdfunding, bei dem übrigens der Schwerpunkt vor allem auf der Finanzierung gemeinnütziger Projekte liegt, wie folgt:

  1. Auf der Plattform anmelden
  2. Projekte vergleichen und für ein oder mehrere Projekte entscheiden
  3. Kapital investieren (Abwicklung über die Plattform)
  4. Regelmäßige oder einmalige Ertragsausschüttung
  5. Rückzahlung des Kapitals bei Fälligkeit

Der Ablauf ist beim Crowdinvesting also im Grunde nicht einfach anders als bei zahlreichen anderen Geldanlagen, wie zum Beispiel bei Anleihen. Auf der Plattform werden in aller Regel zehn oder mehr unterschiedliche Projekte vorgestellt, sodass Sie als Anleger eine gute Auswahl haben und Ihr Kapital zudem diversifizieren können. Dabei sollten Sie allerdings genau auf die Details bzw. auf die Angaben zum jeweiligen Projekt achten, denn beispielsweise die Ertragsausschüttung kann sich deutlich unterscheiden. Entweder handelt es sich um feste Erträge in Form von Zinsen oder Sie werden am Gewinn des Projektes beteiligt. Die Kapitalrückzahlung erfolgt normalerweise entweder in Teilbeträgen oder bei Fälligkeit des Investments, also am Ende der vereinbarten Laufzeit.

Was spricht für Crowdinvesting?

Es gibt einige Vorteile, die für das Crowdinvesting sprechen und dazu geführt haben, dass diese Form der Kapitalanlage in den letzten Jahren immer beliebter geworden ist. Ein wesentlicher Vorzug besteht insbesondere für Kleinanleger und Sparer darin, dass meistens schon ab 250 Euro die Anlage in das gewählte Projekt erfolgen kann. Zu den weiteren Vorteilen zählen sicherlich die im Durchschnitt recht guten Rendite, denn bei den meisten Crowdinvesting Projekten liegt der jährlichen Durchschnittsertrag zwischen vier und acht Prozent. Sie erhalten also in der Regel eine deutlich höhere Rendite als zum Beispiel bei der Festgeldanlage oder beim Kauf sicherer Staatsanleihen.

Ebenfalls zu den Vorteilen gehört, dass Sie aufgrund der geringen Mindestanlagesummen die Möglichkeit haben, Ihr Geld zu diversifizieren. Das bedeutet, Sie legen zum Beispiel nicht 5.000 Euro in ein Projekt an, sondern teilen diesen Betrag zum Beispiel auf fünf Projekte zu je 1.000 Euro auf. Somit würde Sie ein Totalausfall bei einem Projekt insgesamt nicht so hart treffen, als wenn es das einzige Investment wäre.

Zusammengefasst sind es insbesondere die folgenden Vorteile, durch die sich das Crowdinvesting auszeichnen kann:

  • + Durchschnittlich sehr gute Rendite
  • + Transparente Geldanlage
  • + Niedrige Mindestanlagesummen
  • + Auch zum Sparen geeignet
  • + Interessante Projekt-Investments, die oft nur institutionellen Anlegern vorbehalten sind

Welche Nachteile beinhaltet das Crowdinvesting?

Bei nahezu keiner Geldanlage gibt es ausschließlich Vorteile, so auch nicht beim Crowdinvesting. Daher sollten Sie sich ebenfalls mit den Nachteilen vertraut machen, bevor Sie sich für diese Art der Kapitalanlage entscheiden. Der wesentliche Nachteil beim Crowdinvesting besteht definitiv im erhöhten Risiko, welches die Anlage in Projekte stets mit sich bringt. In den meisten Fällen können Sie weder den Projektinitiator noch das Risiko richtig einschätzen, welches mit Ihrer Anlage verbunden ist. Zwar haben einige Crowdinvesting-Plattformen eine Art Sicherungspool entwickelt, aber dennoch werden dadurch selten mehr als 20 Prozent Ihres Kapitals abgedeckt. Daher gehen Sie im Grunde bei nahezu jeder Projektfinanzierung ein Totalverlustrisiko ein.

Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass zwar auf der Crowdinvesting-Plattform in der Regel ausführlichere Angaben zum Projekt gemacht werden. Dennoch können Sie in der Regel nicht ausreichend einschätzen, wie ertragreich und wie solide das Projekt als Ganzes ist. Sie müssen sich in dem Fall extern weiter über das entsprechende Unternehmen informieren und versuchen herauszufinden, welche Chancen auf ein erfolgreiches Projekt stehen. Aus dem Grund ist Crowdinvesting auch nur für Anleger sehr gut geeignet, die Zeit und Lust haben, sich etwas intensiver mit der Materie zu beschäftigen.

Es gibt aber auch eine andere Gruppe von Kunden, die ihr Kapital schlichtweg „blind“ auf mehrere Projekte verteilen. Dazu bietet übrigens manche Crowdinvesting-Plattform einen sogenannten „Managed Service“ an. Das bedeutet, dass Sie beispielsweise dem Betreiber der Plattform mitteilen, dass Sie gerne insgesamt 50.000 Euro investieren möchten. Im Rahmen des Managed Service, der in gewisser Weise mit einer Vermögensverwaltung zu vergleichen ist, legt die Plattform dann für Sie Geld an, indem eine Verteilung auf entsprechende Projekte erfolgt.

Für wen ist Crowdinvesting geeignet?

Vom Grundsatz her ist Crowdinvesting zunächst für Anleger jedes Budgets geeignet, also beginnend vom Sparer über Kleinanleger bis hin zum vermögenden Privatkunden oder institutionellen Anlegern. Allerdings sollte unbedingt eine gewisse Risikobereitschaft bestehen, denn mit dem Investment in Projekte ist nicht selten ein Totalverlustrisiko verbunden. Darüber hinaus sollte Ihnen eine gute bis überdurchschnittliche Rendite wichtiger als eine hohe Sicherheit sein, auch wenn Sie zumindest mittels der Diversifizierung das Gesamtrisiko reduzieren können.

Crowdinvesting als interessante Portfolio-Beimischung

Wenige Experten raten dazu, dass Sie Ihr gesamtes Kapital mittels Crowdfunding anlegen sollten. Stattdessen handelt es sich um eine interessante Beimischung zum Portfolio. Zwar gibt es keine festen Prozentsätze, aber in der Regel empfehlen die meisten Fachleute, dass Sie zum Beispiel zwischen 10 bis 20 Prozent Ihres Gesamtvermögens mittels Crowdinvesting in interessante Projekte investieren könnten.

Denken Sie in dem Zusammenhang lediglich daran, dass mit der Anlage ein erhöhtes Risiko verbunden ist und Sie deshalb einen anderen Teil Ihres Portfolios durch sichere Anlageformen ergänzen. Bei den meisten Crowdinvesting Projekten stehen übrigens vor allem die Themen StartUps, erneuerbare Energien und Immobilien im Vordergrund. Sie haben also beispielsweise die Möglichkeit, in interessante Immobilienprojekte zu investieren.