Hausbau Kosten - Was kostet das Eigenheim 2022

Hypothekenzinsen im Tief vs. Immobilienpreise im Hoch - was kostet das Eigenheim heute?

Für Verbraucher, die mit dem Gedanken spielen, eine eigene Immobilie zu erwerben, sind zwei Dinge entscheidend. Zum einen ist das die Höhe der Hypothekenzinsen, zum anderen der Kaufpreis für die entsprechende Immobilie. In dieser Hinsicht gab es in den letzten Jahren gegenläufige Entwicklungen, sodass sich Menschen die Frage stellen, ob ein Eigenheim überhaupt noch finanzierbar ist und was die eigenen vier Wände heutzutage kosten.

Kostenfaktor Bauzinsen: Positive Entwicklung für Kreditnehmer

Eine für Kreditnehmer positive Entwicklung zeigt sich bei den Bauzinsen, denn diese sind in den letzten zehn Jahren nahezu kontinuierlich gesunken. Vor diesem Hintergrund ist eine Immobilienfinanzierung heutzutage günstig wie nie. Abhängig von mehreren Faktoren zahlen Sie als Kreditnehmer in 2021 teilweise nur noch einen Zins von 0,4 Prozent bei einer Zinsbindung von fünf Jahren. Das bedeutet, dass Sie beispielsweise auf einen Darlehensbetrag von 200.000 Euro pro Jahr im besten Fall nur rund 800 Euro an Zinsen zahlen müssen.

Allerdings gibt es auch Kreditnehmer, die eine Baufinanzierung nicht ganz so günstig durchführen können. Die zu zahlenden Hypothekenzinsen hängen nämlich von mehreren Faktoren ab, insbesondere:

  • Kreditsumme
  • Dauer der Zinsfestschreibung
  • Darlehensart
  • Eigenkapitalquote
  • Bonität des Kreditnehmers
  • EZB-Leitzins und allgemeines Zinsniveau am Markt

Vor diesem Hintergrund gibt es zum Teil deutliche Unterschiede bei den Bauzinsen. Im günstigsten Fall zahlen Sie aktuell Hypothekenzinsen von rund 0,40 %. In ungünstigeren Fällen hingegen verlangen die Banken durchaus Bauzinsen zwischen 1,5 bis 2,5 Prozent, falls Sie beispielsweise kaum Eigenkapital oder eine eher mittelmäßig Bonität haben. Insgesamt betrachtet haben die sinkenden Bauzinsen in den letzten Jahren jedoch dazu geführt, dass sich mehr Menschen ein Eigenheim leisten konnten.

Gestiegene Immobilienpreise als negativer Faktor

So positiv die Entwicklung der Hypothekenzinsen für zukünftige Immobilieneigentümer auch ist, desto negativer ist im Grunde die Entwicklung der Immobilienpreise am Markt. Diese sind nämlich in den letzten zehn Jahren - vor allem in den Metropolen des Landes - teilweise über 80 Prozent angestiegen. Mussten Sie zum Beispiel 2011 für eine Immobilie im Hamburg durchschnittlich bei einer Wohnfläche von 100 m² noch einen Preis von rund 300.000 Euro zahlen, würde das gleiche Objekt heutzutage schätzungsweise mehr als 550.000 Euro kosten.

Diese Entwicklung hat unter anderem dafür gesorgt, dass sich immer weniger Verbraucher die eigenen vier Wände leisten können. Wer einen Vergleich ziehen möchte, ob er sich heutzutage gegenüber vor zehn Jahren wahrscheinlicher ein Eigenheim leisten kann oder ob es unwahrscheinlicher ist, die eigenen vier Wände zu finanzieren, muss im Einzelfall eine Rechnung aufstellen. Für den einen Kreditnehmer wiegt die positive Entwicklung bei den Bauzinsen schwerer, während für den anderen Darlehensnehmer die gestiegenen Immobilienpreise im negativen Sinne ein größeres Gewicht haben.

Entscheidend ist jedoch weniger ein Vergleich der Situation zwischen beispielsweise 2011 und heute. Vielmehr kommt es darauf an, ob sich Menschen mit einem Wunsch nach den eigenen vier Wänden heutzutage noch ein Eigenheim leisten können oder nicht.

Was kostet die eigene Immobilie heute 2022?

Was die eigenen vier Wände den Eigentümer heutzutage kosten bzw. ob man sich eine Baufinanzierung leisten kann oder nicht, ist von mehreren Faktoren abhängig, insbesondere:

  • Standort der Immobilie
  • Zustand des Objektes
  • Eigenkapitalquote in der Baufinanzierung
  • Hypothekenzinsen

Um ungefähr kalkulieren können, was Ihre zukünftige Immobilie kostet bzw. welche Berechnung Sie durchführen müssten, um die monatlichen Ausgaben zu ermitteln, möchten wir im Folgenden ein Beispiel aufzeigen. Daran können Sie erkennen, mit welcher monatlichen Belastung Sie zukünftig rechnen müssen, wenn Sie Ihren Traum von den eigenen vier Wänden realisieren möchten. Sie setzen in der Rechnung einfach Ihre individuellen Zahlen und Daten ein, also beispielsweise Kaufpreis, Tilgung und Zinssatz.

Einfamilienhaus in Hamburg

Preis pro Quadratmeter Wohnfläche: 5.400 Euro

Wohnfläche: 120 m²

Kaufpreis: 648.000 Euro

Kaufnebenkosten: 60.000 Euro

Eigenkapital: 80.000 Euro

Darlehensbetrag: 628.000 Euro

Anfängliche Tilgung: 3 %

Zinssatz bei Festschreibung für zehn Jahre: 0,65 %

Monatliche Darlehensrate: 1.910,16 Euro

An diesem Beispiel erkennen Sie, dass Sie das entsprechende Objekt in Hamburg in einer guten Lage sowie in einem guten Zustand im Rahmen der Baufinanzierung monatlich etwa 1.900 Euro in Form der zu zahlende Darlehensrate kosten würde. Mehr müssen Sie im Grunde nicht wissen, um beurteilen zu können, ob Sie sich Ihre Wunschimmobilie momentan leisten können oder die monatlichen Kosten zu hoch sind. Damit beantwortet sich indirekt auch die Frage, ob sich für Sie persönlich die niedrigen Bauzinsen positiver oder die gestiegenen Immobilienpreise negativer auf die Möglichkeit ausgewirkt haben, dass Sie sich die eigenen vier Wände leisten können.

Monatliche Belastung zu hoch - was kann ich tun?

Falls Sie zum Beispiel auf Grundlage unserer vorherigen Beispielrechnung für sich ermittelt haben, dass Sie sich aufgrund einer zu hohen Belastung momentan Ihre Wunschimmobilie nicht leisten können, sollten Sie nicht sofort den Kopf in den Sand stecken. Es gibt nämlich durchaus mehrere Optionen, wie Sie sich die eigenen vier Wände dennoch leisten können. Dazu können Sie folgende Mittel und Wege finden:

  • Günstigere Immobilie ins Visier nehmen (anderer Standort)
  • Abstriche beim Zustand / der Ausstattung des Objektes machen
  • Zusätzliches Eigenkapital in die Finanzierung einbinden
  • Geringere Anfangstilgung wählen
  • Angebot der Banken vergleichen und vielleicht Kreditinstitut mit niedrigerem Bauzins finden
  • Monatliche Fixkosten oder variable Ausgaben reduzieren
  • Zusätzliche Sicherheiten bieten
  • Staatliche Förderungen in Anspruch nehmen (insbesondere KfW-Darlehen)

Wenn Sie zumindest einige dieser Optionen nutzen können, ist es durchaus wahrscheinlich, dass Sie sich die eigenen vier Wände anschließend doch noch leisten können. Nicht zu vernachlässigen sind übrigens in dem Zusammenhang die Kaufnebenkosten, insbesondere in Form der Grunderwerbsteuer und der Maklercourtage. Hier haben Sie in der Summe im besten Fall die Chance, zwischen fünf bis acht Prozent auf Grundlage des Kaufpreises an Kosten einzusparen. Dies können Sie erzielen, indem Sie in ein von der Grunderwerbsteuer her besonders günstiges Bundesland wie Bayern ziehen. Die eigene Immobilie ohne das Einschalten eines Maklers finden ist eine weitere Option, wie sich unter Umständen sogar ein fünfstelliger Betrag einsparen lässt.