Maklerprovision 2022 - Wer zahlt wie viel?

Immobilienmakler und die Maklercourtage - was zahlen Mieter und Käufer?

Wer in Deutschland eine Wohnung oder ein Haus sucht, sei es zu Miete oder zum Erwerb, der kommt häufig nicht um einen Makler herum. Insbesondere die meisten Verkaufsimmobilien werden über einen Makler vermittelt, sodass entweder für den Käufer oder den Verkäufer Kosten in Form der Maklercourtage anfallen. Zahlreiche Verbraucher wissen allerdings nicht, wann Käufer, Verkäufer, Mieter oder Vermieter den Makler zahlen und wie hoch Provision im Detail eigentlich ausfällt.

Für welche Leistungen verlangen Immobilienmakler eine Courtage?

Die Maklercourtage ist das Entgelt für den Immobilienmakler, welches er für seine Arbeit erhält. Oftmals ist das Vorurteil zu hören, dass Makler nur wenige Stunden mit dem Verkauf oder Vermieten eines Objektes beschäftigt sind, dafür aber teilweise fünfstellige Beträge an Provision kassieren. Tatsächlich stehen hinter den Maklergebühren allerdings eine Reihe von Leistungen, die Immobilienmakler gegenüber ihren Kunden erbringen, insbesondere:

  • Erstellen eines Exposee
  • Vertragsanfertigung
  • Besichtigungstermine wahrnehmen
  • Marketing (Anzeigen schalten)
  • Umfangreiche Marktkenntnisse
  • Schriftverkehr und sonstige Kommunikation mit Vermietern, Verkäufern und Interessenten
  • Durchführen sonstiger Tätigkeiten

Neben der reinen Arbeit lässt sich der Makler natürlich auch für seine Fachkenntnisse und Qualifikationen bezahlen, insbesondere unter der Voraussetzung, dass er sich bestens am örtlichen Markt auskennt.

Neuregelung zur Maklerprovision aus 2020

Seit dem vergangenen Jahr (2020) gibt es per Gesetz neue Regelungen zur Maklercourtage, die sich vor allem darauf beziehen, wer die entsprechende Provision zahlen muss. Häufig wird in dem Zusammenhang vom sogenannten Bestellerprinzip gesprochen. Dieses Prinzip galt bis zum vergangenen Jahr nahezu ausschließlich bei zu vermietenden Wohnungen oder Häusern. Der Inhalt des Bestellerprinzips ist generell, dass immer derjenige die Maklercourtage an den Immobilienmakler zahlen muss, der diesen beauftragt hat.

Oftmals ist das beim zum Verkauf stehenden Immobilien der Verkäufer, bei zu vermietenden Wohnungen dementsprechend der Vermieter. Manchmal beauftragen allerdings auch Kaufinteressenten oder Mieter den Makler, sodass das Bestellerprinzip in dem Bereich ebenfalls greift. Die Neuregelung aus dem vergangenen Jahr im Hinblick auf das Bestellerprinzip beinhaltet, dass dieses nicht mehr ausnahmslos für zu vermietende Wohnungen und Häuser gilt. Darüber hinaus findet es seit 2020 auch bei zum Verkauf stehenden Objekten und Eigentumswohnungen seine Anwendung. Für Miet- und Kaufimmobilien gilt demzufolge seit letztem Jahr, dass die Maklercourtage von der Seite getragen werden muss, die den Immobilienmakler beauftragt hat.

Welche Maklercourtage muss ich als Käufer, Verkäufer, Mieter oder Vermieter zahlen?

Eine spannende Frage ist nach wie vor, wie hoch die zu zahlende Maklercourtage harsch in der Praxis eigentlich ist. Relativ einfach und vor allem einheitlich sind die Regeln im Hinblick auf Wohnungen und Häuser, die vermietet werden sollen. In dem Fall darf sich die Maklerprovision maximal auf zwei monatliche Kaltmieten belaufen.

Anders stellt sich die Situation bezüglich der Maklergebühr allerdings beim Kauf bzw. Verkauf einer Immobilie oder Eigentumswohnung dar. Hier gibt es keine gesetzliche Obergrenze, sodass die Maklerprovision noch relativ frei zwischen dem Makler und der anderen Partei vereinbart werden kann. Häufig führt dies dazu, dass die Maklergebühr zwischen 5,5 und 7,2 Prozent beträgt. Meistens gelten für die einzelnen Bundesländer einheitliche Regelungen, sodass Sie sich als Kaufinteressent, Verkäufer oder Mieter zumindest grob daran orientieren können, welche Maklerprovision im jeweiligen Bundesland üblich ist.

Kann ich mir die Maklercourtage sparen?

Insbesondere Käufer und Verkäufer fragen sich nicht selten, ob sie sich die Maklerprovision nicht sparen können. Da es sich um einen durchaus nicht unerheblichen Kostenfaktor handelt, ist zahlreichen Kaufinteressenten und Verkäufern nicht unbedingt bewusst. Daher möchten wir im folgenden Beispiel anhand der Zahlen verdeutlichen, wie hoch die Maklergebühr in der Praxis ausfallen könnte:

  • Verkaufspreis der Immobilie: 300.000 Euro
  • Maklerprovision: 6,5 %
  • Maklergebühr: 19.500 Euro

In diesem Beispiel beträgt die Maklerprovision also fast 20.000 Euro, sodass es sowohl aus Sicht des Käufers als auch des Verkäufers verständlich ist, dass man sich diesen Betrag gerne sparen möchte. Die Lösung ist im ersten Schritt recht einfach: Wer keinen Makler beauftragt, der muss natürlich auch keine Maklercourtage zahlen. Das Problem besteht allerdings darin, dass sich zahlreiche Immobilien gar nicht ohne Makler veräußern lassen. Hier fehlt es insbesondere an Zeit und Kenntnissen seitens des Verkäufers, sodass letztendlich doch häufig ein Makler beauftragt wird. Prinzipiell ist es allerdings selbstverständlich möglich, Eigeninitiative zu ergreifen von beispielsweise über Immobilienportale nach dem entsprechenden Mieter oder Käufer zu suchen.

Maklercourtage als Teil der Kaufnebenkosten

Von besonderer Bedeutung ist die Maklercourtage insbesondere beim Kauf einer Immobilie, falls sie vom Käufer zu tragen ist. Die Maklergebühren fallen hier in den Bereich der Kaufnebenkosten, die Immobilienkäufer insbesondere in die Baufinanzierung mit einrechnen müssen. Dabei ist die Maklergebühr nur einer von mehreren Posten, die in den Bereich der Nebenkosten fallen, nämlich:

  • Notar- und Grundbuchkosten
  • Grunderwerbsteuer
  • Maklercourtage

Handelt es sich um den Bau einer Immobilie, fällt normalerweise maximal für das zu findende Grundstück eine Maklergebühr an. Allerdings können dann noch weitere Nebenkosten entstehen, wie zum Beispiel Erschließungskosten und Prämien für notwendige Versicherungen, wie zum Beispiel für die Bauherrenhaftpflicht-Versicherung.

Sind neben der Maklercourtage sonstige Gebühren rechtens?

Insbesondere nach Einführung des Bestellerprinzips für Mietwohnungen haben manche Immobilienmakler durchaus versucht, vom Mieter trotzdem eine Gebühr zu verlangen, obwohl eigentlich der Vermieter verpflichtet war, die Maklercourtage zu zahlen. Manchmal wurde eine Art Aufwandsentschädigung verlangt, die nicht wenige Mietinteressenten zahlten, weil sie sonst Nachteile bei der Entscheidung für den neuen Mieter fürchteten.

Grundsätzlich gibt es allerdings gesetzliche Grenzen, welche Gebühren Makler verlangen dürfen und was nicht mehr ordnungsgemäß wäre. In dieser Hinsicht gibt es allerdings immer wieder Neuerungen und Änderungen. Daher erkundigen Sie sich am besten vor dem Beauftragen eines Immobilienmaklers, ob neben der Maklercourtage noch weitere Kosten auf Sie zukommen. Manchmal werden beispielsweise Gebühren für die Schätzung des Immobilienwertes verlangt oder separate Servicegebühren, sodass es tatsächlich sinnvoll ist, sich vom Immobilienmakler eine Art Kostenvoranschlag geben zu lassen.