Dividenden-Aktien 2022: Regelmäßige Einnahmen mit Wertpapieren

Dividendenrendite - kontinuierliche Erträge mit Aktien erzielen

Wer sein Geld in Aktien investiert, der hofft in der Regel auf Kursgewinne bei den entsprechenden Wertpapieren. Darüber hinaus gibt es bei den Aktientiteln noch eine zweite, mögliche Einnahmequelle: die Dividende. Insbesondere größere Standardwerte zahlen ihren Aktionären häufig seit vielen Jahren oder sogar Jahrzehnten eine Dividende aus. Allerdings heißt das noch nicht, dass Sie mit dem Wertpapier eine gute Rendite erzielen würden. Dazu müssen Sie einen Wert kennen, nämlich die Dividendenrendite.

Zahlreiche AGs schütten eine Dividende aus

Neben den Kursgewinnen ist eine Dividende die zweite Ertragsform bei Aktien, die es allerdings nicht bei jedem dieser Wertpapiere gibt. Grundsätzlich haben Anleger bzw. Aktionäre kein Recht auf eine Dividende, sondern lediglich dann, wenn die AG die Ausschüttung beschlossen hat. Das ist in der Regel davon abhängig, ob ein positives Betriebsergebnis erzielt wurde, die Aktiengesellschaft also im letzten Geschäftsjahr einen Gewinn generieren konnte. Solche Gewinne einer Aktiengesellschaft werden normalerweise komplett oder in Teilen wie folgt verwendet:

  • Rücklagen bilden
  • Investitionen vornehmen
  • Ausschüttung an die Anteilsinhaber (Aktionäre)

Der zuletzt genannte Punkt, nämlich die Ausschüttung an die Aktionäre, stellt die Dividende dar.

Wie hoch fällt die Dividende aus?

Die Höhe der Dividende ist vollkommen individuell und hängt insbesondere davon ab, wie das Betriebsergebnis ausgefallen ist. Manche Aktiengesellschaften allerdings zahlen seit vielen Jahren mindestens eine gleich hohe Dividende, auch wenn es zwischenzeitlich ein schlechteres Betriebsergebnis gibt oder sogar ein Verlust generiert wurde. Es ist also stets eine Entscheidung der einzelnen Aktiengesellschaft, wie hoch die ausgezahlte Dividende ist.

Warum ist die Dividende alleine nicht aussagekräftig?

Die Ausschüttung einer Dividende seitens der AG ist zunächst einmal positiv, weil der Anleger dann einen Ertrag erhält. Auf der anderen Seite ist die Höhe der Dividende jedoch nicht wirklich aussagekräftig, wenn es für den Aktionär darum geht festzustellen, welche Rendite er mit der Anlage in das Wertpapier erzielt hat. Um bewerten zu können, ob die Aktie im Hinblick auf die Dividende attraktiv ist oder nicht, muss stattdessen die Dividendenrendite berechnet werden. Worum es sich dabei handelt und wie das Ermitteln dieser Rendite im Zusammenhang mit der Dividende durchgeführt wird, darauf gehen wir in den nächsten Abschnitten näher ein.

Was ist die Dividendenrendite?

Die Dividendenrendite ist das, was der Name bereits vermuten lässt, nämlich die Rendite der bereits ausgeschütteten Dividende. Mit der Dividendenrendite wird ein Verhältnis zwischen dem aktuellen Aktienkurs und der nominalen Dividende je Aktie hergestellt, die von der AG ausgeschüttet wurde oder auf der Hauptversammlung für die nähere Zukunft beschlossen wurde. Um die Rendite der Dividende zu ermitteln, muss eine relativ einfache Formel verwendet werden, die lautet:

Dividende pro Aktie * 100 / Aktienkurs

Hat die Aktiengesellschaft der Wertpapiere, die Sie im Depot halten, zum Beispiel die Ausschüttung einer nominalen Dividende je Aktie in Höhe von zwei Euro beschlossen und notiert das Wertpapier aktuell an der Börse mit einem Kurs von 68 Euro, würde die Berechnung der Dividendenrendite wie folgt aussehen:

2 Euro * 100 / 68 Euro = 2,94 Prozent

Die Dividendenrendite würde in dem Fall also knapp drei Prozent betragen. Damit wissen Sie allerdings noch nicht, ob es sich um eine attraktive Aktie bezüglich der Dividende handelt oder die Dividendenrendite eher unterhalb des Durchschnitts liegt.

Wie beurteile ich die Dividendenrendite?

Um beurteilen zu können, ob die Aktien mit einer guten, mittelmäßig oder eher schlechten Dividendenrendite ausgestattet ist, müssen Sie einen Vergleich zu anderen Wertpapieren ziehen. Hier eignet sich insbesondere der Branchenvergleich. Wenn Sie also wissen möchten, ob beispielsweise die gerade ermittelte Dividendenrendite einer Aktie aus der Chemiebranche attraktiv ist oder nicht, informieren Sie sich einfach über die Dividendenrendite von ein paar anderen Wertpapieren, die aus der gleichen Branche stammen. Dabei sollten Sie beachten, dass die durchschnittliche Dividende und damit auch die Dividendenrendite zwischen den einzelnen Branchen deutlich abweichend sein kann. So gibt es einige Branchen, zum Beispiel solche, die bekannt für eine besonders gute Dividende sind:

  • Banken
  • Chemie
  • Versorger
  • Versicherungsgesellschaften

Aus dem Grund macht es Sinn, Wertpapiere innerhalb einer Branche im Hinblick auf die Dividendenrendite zu vergleichen.

Aktienkurs beeinflusst Dividendenrendite erheblich

Kommen wir nun zu einem etwas negativen Aspekt der Dividendenrendite, nämlich, dass diese nicht immer so aussagekräftig ist, wie es sich viele Anleger gerne wünschen würden. Der Grund besteht darin, dass die Dividendenrendite von zwei Faktoren beeinflusst wird. Einerseits ist das die bereits ausführlich beschriebene Dividende pro Aktie. Zum anderen hat aber auch der Kurs des Wertpapiers Einfluss auf die Höhe der Dividendenrendite. Das allerdings ist eine Art von verwirrendem Faktor, insbesondere unter der Voraussetzung, dass fallende Kurse die Dividendenrendite erhöhen.

Schauen wir noch einmal auf die Formel zur Berechnung der Dividendenrendite. Je weiter der Kurs einer Aktie fällt, desto höher wird rein rechnerisch die Dividendenrendite. Das Wertpapier zeigt also auf dem Papier zum Beispiel eine Dividendenrendite von 11 Prozent, die einen absoluten Top-Wert darstellen würde. Wenn man dann allerdings weiß, dass die Dividendenrendite nur deshalb zustande kommt, weil der Kurs der Aktie in den letzten Monaten deutlich gesunken ist, stellt dies sicherlich für Anleger eine unbefriedigende Situation dar. Aus dem Grund sollten Sie bei der Berechnung der Dividendenrendite auch darauf achten, ob diese aufgrund niedrigerer Aktienkurse oder tatsächlich wegen einer nominal sehr guten Dividende positiv ausfällt.

Gute Dividendenrendite sollte auf Dividendentitel zurückzuführen sein

Da die Dividendenrendite auch durch sinkende Kurse überdurchschnittlich gut sein kann, gibt es eine Hilfe für Anleger, wie man trotzdem Aktientitel mit einer sehr guten Dividendenrendite ausmachen kann. Es sollte sich bei dem Wertpapier schlichtweg um einen sogenannten Dividendentitel bzw. um eine Dividendenaktie handeln. Das bedeutet, dass neben der reinen Dividendenrendite noch andere Eigenschaften vorhanden sein müssen, damit es sich tatsächlich um eine dividendenstarke Aktie handelt. In der Regel sollten die folgenden Merkmale vorhanden sein:

  • Seit vielen Jahren stabile Dividendenzahlung
  • Nominale Dividende liegt über dem Branchendurchschnitt
  • Keine hohe Volatilität beim Aktienkurs
  • Langfristig steigende Tendenz des Aktienkurses

Sind diese Merkmale vorhanden, können Sie davon ausgehen, dass die Dividendenrendite nicht nur zwischenzeitlich aufgrund des gesunkenen Aktienkurses überdurchschnittlich hoch ist.