Private Altersvorsorge - Aufbau einer Privatvorsorge - Altersarmut verhindern

Aufbau einer Privatvorsorge – so berechnen Sie die ideale Sparrate

Zahlreiche Verbraucher haben bereits damit begonnen, durch regelmäßiges Sparen eine private Altersvorsorge aufzubauen. Ein häufiger Fehler besteht in dem Zusammenhang darin, eine nicht passende Rate zu wählen. Manchmal wird monatlich viel zu wenig in den Sparvertrag eingezahlt, manchmal spart der Verbraucher aber zu viel an. Daher ist es wichtig, dass die monatliche Sparrate optimal auf die Ansprüche an die spätere private Altersvorsorge abgestimmt wird.

Private Altersvorsorge nicht nur eine Ergänzung zur gesetzlichen Rente

Mittlerweile hat die private Altersvorsorge in Deutschland einen sehr hohen Stellenwert erreicht. Schon lange handelt es sich nicht nur um eine Ergänzung der gesetzlichen Rente, sondern für immer mehr zukünftige Rentner ist die private Altersvorsorge als Baustein fast genauso wichtig wie die Einnahmen aus der gesetzlichen Rentenkasse. Zwar besteht das Vorsorgesystem in Deutschland nach wie vor aus den folgenden drei Säulen bzw. Schichten:

  • Gesetzliche Rente
  • Betriebsrente
  • Private Altersvorsorge

Allerdings ist das Rentenniveau in den letzten Jahren und Jahrzehnten weiter abgesunken, sodass die gesetzliche Rente als tragende Säule immer mehr an Boden verloren hat. Demgegenüber ist die Bedeutung der privaten Altersvorsorge deutlich angestiegen, während Betriebsrenten nach wie vor von sehr wenigen Verbrauchern überhaupt genutzt werden. Aus diesen Gründen ist es für die Menschen nicht nur wichtig, sich generell für eine private Altersvorsorge zu entscheiden. Ferner muss - selbstständig unter anderem aufgrund des eingeschränkten Budgets zum monatlich Sparen - auch eine optimal abgestimmte Sparrate ermittelt werden.

Ziel der privaten Altersvorsorge definieren

Damit Sie tatsächlich eine ideale Sparrate wählen, müssen Sie zunächst einmal eine Art Ziel für Ihre private Altersvorsorge definieren. Das bedeutet, dass Sie - zumindest ungefähr - kalkulieren, welchen Betrag Sie später im Rentenalter benötigen, um Ihre Versorgungslücke zu decken. Die Versorgungslücke ist die Differenz zwischen Ihrem monatlich gewünschten Budget und der gesetzlichen Rente nebst Betriebsrenten. Was das im Detail bedeutet, möchten wir kurz an einem Praxisbeispiel zeigen:

  • Monatlich gewünschter Betrag ab Rentenalter: 2.300 Euro
  • Gesetzliche Rente: 1.300 Euro
  • Betriebsrente: 300 Euro
  • Versorgungslücke: 700 Euro

Die Rechnung ist also im Beispiel ganz einfach: Sie würden gerne ab dem Rentenalter monatlich über einen Betrag von 2.300 Euro verfügen können. 1.300 Euro davon erreichen Sie - nach aktueller Kalkulation - durch die gesetzliche Rente. Zusätzlich erhalten Sie eine Betriebsrente in Höhe von 300 Euro. Bleibt demnach eine Versorgungslücke in Höhe von 700 Euro, die Sie selbst durch den Aufbau einer privaten Altersvorsorge abdecken müssen. Dieser Betrag ist also das Ziel, den Sie mit dem Vermögensaufbau erreichen möchten, sodass auch die monatlich Sparrate darauf abgestimmt werden kann.

Problem: Wie lange werde ich leben?

Ein „Problem“ gibt es allerdings beim Ermitteln der idealen Sparrate für Ihre private Altersvorsorge, nämlich dass Sie Ihre Lebensdauer nicht kennen. Die gesetzliche Rente wird zwar bekanntlich bis ans Lebensende gezahlt. Dies gilt jedoch keinesfalls auch für vorhandenes Kapital, welches Sie sich zum Beispiel im Zuge eines Rentenplans monatlich ab dem Rentenalter auszahlen lassen. Dieses Kapital ist begrenzt, sodass Sie vorab kalkulieren müssen, bis zu welchem Alter die private Vorsorge mindestens reichen soll. Die meisten Verbraucher orientieren sich dabei an der durchschnittlichen Lebenserwartung in Deutschland, die etwa bei rund 80 Jahren liegt.

Welche Rendite lässt sich mit dem Sparvertrag erzielen?

Einige Größen zur anschließenden Berechnung der optimalen Sparrate für Ihre private Altersvorsorge kennen Sie bereits, nämlich bis zu welchem Alter die Vorsorge reichen soll, wie hoch Ihre Versorgungslücke ist, welches monatliche Budget Sie sich wünschen und natürlich wissen Sie aufgrund Ihres aktuellen Alters auch, wie lange Sie noch in einen Sparvertrag einzahlen können. Eine Größe fehlt allerdings zur Berechnung noch, nämlich mit welcher Rendite der entsprechende Sparvertrag ausgestattet sein wird.

Diesbezüglich gibt es teilweise gravierende Unterschiede zwischen den Finanzprodukten, die bestens zum regelmäßigen Sparen geeignet sind. Mit dem Banksparplan erzielen Sie beispielsweise aktuell kaum einen Ertrag, sodass dieser mittlerweile aus Sicht zahlreiche Experten als Vorsorgeprodukt nicht mehr zu empfehlen ist. Darüber hinaus gibt es allerdings einige Sparpläne, die wesentlich bessere Durchschnittsrenditen aufweisen können, insbesondere:

  • Fondssparplan: ca. 4,5 bis 7,5 Prozent pro Jahr
  • ETF-Sparplan: ca. 5 bis 8 Prozent im Jahr
  • Aktiensparplan: ca. 5 bis 8 Prozent im Jahr
  • Edelmetallsparplan: ca. 4,5 bis 6,5 Prozent pro Jahr
  • Private Rentenversicherung: ca. 2,5 bis 3,5 Prozent pro Jahr

Die so kalkulieren Rendite hängt also vor allem davon ab, für welchen Sparplan Sie sich entscheiden und natürlich im zweiten Schritt auch davon, welche Aktien oder Fonds Sie auswählen, falls Sie eine dieser Alternativen wählen. Für unsere anschließende Kalkulation rechnen wir mit einer durchschnittlichen Jahresrendite in Höhe von 4,8 Prozent. Dieser Ertrag ist definitiv sehr realistisch, wenn Sie sich für einen Aktien-, Fonds- oder ETF-Sparplan entscheiden.

Endabrechnung: Wie hoch ist meine optimale Rate?

An dieser Stelle haben wir nun sämtliche Größen und Zahlen beisammen, die Sie benötigen, um die für Sie optimal passende Sparrate zum Aufbau einer privaten Altersvorsorge zu ermitteln. Fassen wir daher noch einmal zusammen, welche Zahlen Sie für die Berechnung brauchen:

  • Monatliches Budget: 2.300 Euro
  • Versorgungslücke: 700 Euro
  • Dauer der Rentenzahlung: 13 Jahre
  • Anspardauer: 32 Jahre
  • Rendite des Sparplans: 4,8 Prozent

Eine kurze Erklärung noch zur Anspardauer: Im Beispiel nehmen wir einen 35 Jahre alten Mann, der demzufolge noch 32 Jahre in einen Sparvertrag einzahlen kann, nämlich bis zu Beginn des Renteneintrittsalters von 67 Jahren. Mithilfe dieser Zahlen können Sie nun - zum Beispiel mit speziellen Sparplan-Rechnern - ermitteln, welchen Betrag Sie ab sofort monatlich einzahlen müssten, damit Sie später über das Kapital verfügen, dem Sie Monat für Monat bis zu Ihrem 80. Lebensjahr 700 Euro an privater Zusatzrente entnehmen können. Wenn Sie diese Daten in einen Onlinerechner eingeben, werden Sie als Ergebnis herausbekommen, dass die für Sie optimale Sparrate zum Aufbau der privaten Altersvorsorge ca. 120 Euro pro Monat beträgt.

Falls Ihre finanziellen Verhältnisse diese Rate nicht hergeben, müssen Sie zunächst einmal mit einem geringeren Budget im Rentenalter kalkulieren oder Sie rechnen vielleicht später einmalige Kapitalsummen hinzu, die Sie eventuell vereinnahmen, beispielsweise aus einer Erbschaft. In dem Zusammenhang bietet es sich übrigens an, mit der jährlichen Rendite des Sparplans eher konservativ zu kalkulieren. Wenn also mit einem Fondssparplan durchschnittliche Renditen zwischen jährlich 4,5 bis 7,5 Prozent zu erzielen sind, sollten Sie eher mit 4,5 als mit 7,5 Prozent kalkulieren. Letztendlich ist es nämlich besser, dass Sie Monat für Monat etwas „zu viel“ in den Sparvertrag einzahlen als die Rate zu gering anzusetzen und dann doch im Alter eine Versorgungslücke zu haben.