Kosten beim Aktienkauf: Welche Nebenkosten fallen an?

Investment und Handel mit Wertpapieren - Kosten reduzieren die Rendite

Beim Handel mit oder Investment in Wertpapiere, wie zum Beispiel Aktien, Fonds oder Anleihen, denken die meisten Anleger in erster Linie an die Performance, die sich mit dem jeweiligen Wertpapier erzielen lässt. Gemeint sind damit Kursgewinne, die es insbesondere bei Aktien und Fondsanteilen geben kann. Vielfach werden die Wertpapiere sogar im Hinblick auf ihre historische Performance miteinander verglichen und einzelne Titel ausgewählt.

Dabei vergessen zahlreiche Anleger und auch Sparer leider häufig, dass es in Verbindung mit dem Handel und dem Investment in Wertpapiere auch Kosten gibt, welche die Rendite zum Teil erheblich mindern können. In unserem Beitrag gehen wir näher darauf ein, welche Kosten existieren und in welchem Umfang diese Ihre Erträge reduzieren können.

Direkte und indirekte Kosten: ein Überblick

Zunächst möchten wir Ihnen einen Überblick darüber geben, welche Kosten überhaupt in Verbindung mit dem Handel oder dem Investment in Wertpapiere auftreten können. Beachten Sie in dem Zusammenhang bitte, dass es teilweise auch auf die Art des Wertpapiers ankommt, ob und in welchem Umfang Kosten in Rechnung gestellt werden.

Ganz entscheidend sind allerdings in erster Linie die Anbieter, also die Banken und Broker. Diese legen natürlich die einzelnen Kosten individuell und nach ihrem eigenen Ermessen fest, bis auf Fremdentgelte, wie zum Beispiel Börsengebühren. Vor diesem Hintergrund können im Zusammenhang mit dem Handel von und dem Investment in Aktien und anderen Wertpapieren die folgenden Kosten auftreten:

  • Depotgebühren
  • Positionsgebühren
  • Ordergebühren
  • Börsenplatzentgelte
  • Sonstige Handelsgebühren
  • Spreads
  • Performance-Fee
  • Managementgebühren
  • Ausgabeaufschlag
  • Verwaltungsgebühren

Es gibt also eine ganze Reihe von unterschiedlichen Gebühren und Kosten, die im Zusammenhang mit dem Handel von Wertpapieren auftreten können. Die gute Nachricht ist zumindest, dass nicht alle aufgeführten Kosten bei jedem Wertpapiergeschäft anfallen. Aus dem Grund möchten wir im Folgenden die wichtigsten Gebührenarten nennen und zudem darauf eingehen, bei welchen Wertpapierarten Sie mit diesen Kosten rechnen müssen.

Depotgebühren: Fixkosten unabhängig vom Handel

Zu den sogenannten indirekten Gebühren zählen deshalb die Depotgebühren, weil diese auf jeden Fall anfallen, unabhängig davon, ob Sie aktiv mit Wertpapieren handeln oder nicht. Allerdings haben Sie gerade bei den Depotgebühren die Möglichkeit, durch einen Anbieter-Vergleich Kosten einzusparen. Vor allem Online-Broker verzichten nämlich häufiger auf diese Gebühr, zumindest dann, wenn Sie entweder über ein durchschnittliches Mindestguthaben verfügen oder eine gewisse Anzahl an Handelsaufträgen pro Monat, Quartal oder Jahr erteilen.

Die Spannweite bei den Depotgebühren reicht sehr weit. Spitzenreiter im negativen Sinne sind häufig noch die klassischen Filialbanken, wie zum Beispiel Großbanken, Sparkassen und die Volks- sowie Raiffeisenbanken. Dort kann es passieren, dass die jährlichen Depotgebühren zwischen 50 bis über 100 Euro zahlen müssen. Demgegenüber gibt es die bereits erwähnten kostenlosen Depots, bei denen dieser Kostenfaktor wegfällt.

Positionsgebühren: Heutzutage relativ selten geworden

Eine zweite Gebührenart, die allerdings heutzutage nur noch selten in Rechnung gestellt wird, sind die sogenannten Positionsgebühren. Diese wurden früher vor allem von Filialbanken berechnet. In dem Fall hat die Bank einen bestimmten Prozentsatz Ihrer einzelnen Positionen als Gebühren veranschlagt. Haben Sie also beispielsweise als eine Ihrer Positionen im Depot einen Bestand von Telekom-Aktien mit einem Gegenwert von 10.000 Euro, so hätte die Bank beispielsweise bei einer Positionsgebühr von 0,5 Prozent dafür 50 € pro Jahr in Rechnung gestellt. Allerdings ist diese Art von Gebühr heute nur noch selten anzutreffen.

Ordergebühren: Meistens der Hauptkostenfaktor

In aller Regel sind es die Ordergebühren, die bei jedem Investment in Wertpapiere und dem Handel von Aktien & Co. den Hauptkostenfaktor darstellen. Die gute Nachricht ist zumindest, dass diese direkten Gebühren nur dann zum Tragen kommen, wenn Sie tatsächlich aktiv mit Wertpapieren handeln, also beispielsweise Fondsanteile kaufen bzw. verkaufen. An dieser Stelle macht einen Anbieter-Vergleich definitiv Sinn, denn zwischen den Banken und Brokern gibt es teilweise enorme Unterschiede, was die Höhe der Ordergebühren angeht.

Hier sind es wiederum oftmals die klassischen Filialbanken, bei denen die Kosten mit durchschnittlich mindestens 10 bis zu mehr als 30 Euro pro Order betragen können. Wichtig bei den Ordergebühren ist, dass Sie die unterschiedlichen Preismodelle miteinander vergleichen. Am Markt werden insbesondere die folgenden Gebührenmodelle angeboten:

  • Order-Flatrate
  • Prozentuale Ordergebühr
  • Definierte Anzahl von Orders zum Festpreis

Die Order-Flat eignet sich insbesondere für den Handel höherer Volumina, denn dann ist sie fast immer günstiger als wenn die Gebühren prozentual auf Grundlage des gehandelten Gegenwertes berechnet werden. Für sogenannte Vieltrader kann sich auch eine festgelegte Anzahl von Orders zum Paketpreis lohnen. Um festzustellen, welches dieser Gebührenmodelle im Bereich der Ordergebühren für Sie das beste und somit günstigste ist, müssen Sie also Ihr Orderverhalten kennen. Das bedeutet, dass Sie zumindest wissen sollten, wie viele Orders Sie durchschnittlich innerhalb eines Quartals oder Jahres erteilen und wie hoch ungefähr die durchschnittlichen Gegenwerte sind.

Fremdgebühren: Börsenplatzentgelte und andere Fremdkosten

Nicht nur die Bank oder der Broker berechnen beim Handel mit Wertpapieren Gebühren, sondern dies gilt ebenfalls unter der Voraussetzung, dass Sie über eine Börse Kauf- oder Verkaufsaufträge erteilen. In diesem Fall fallen beispielsweise die Maklercourtage oder auch das Börsenplatzentgelt an. Diese Kosten bewegen sich allerdings eher im unteren Bereich und sind vor allem bei etwas höheren, gehandelten Gegenwertes eher zu vernachlässigen. Insbesondere bei regelmäßigen Transaktionen kann es allerdings sinnvoll sein, dass Sie die Gebühren unterschiedlicher Börsen miteinander vergleichen und sich dafür entscheiden, Ihre Aufträge zukünftig an eine besonders günstige Börse zu geben.

Spezielle Kosten bei Fonds: Ausgabeaufschlag und Managementgebühren

Zwei Kostenarten, die nicht bei jedem Handel mit Wertpapieren auftreten, sondern sich ausschließlich auf den Kauf und Verkauf von Fondsanteilen beziehen, sind zum einen die Management-Gebühren und zum anderen der Ausgabeaufschlag. Bei fast allen aktiv gemanagten Fonds zahlen Sie solche Managementgebühren, die sich sogar im Bereich zwischen 1 bis 2 Prozent jährlich bewegen können. Somit reduziert die Managementgebühr Ihre Gesamtrendite teilweise deutlich.

Ein weiterer Kostenfaktor bei vielen, aber nicht allen Investmentfonds, ist der Ausgabeaufschlag. In diesem Fall verkauft die Fondsgesellschaft ihre Fondsanteile zu einem höheren Preis als Sie zahlt, wenn Sie die Anteile wieder an die Gesellschaft zurückgeben. Je nach Fonds und Fondsgesellschaft beläuft sich der Ausgabeaufschlag meistens auf zwischen 1,5 bis 5 Prozent. Diese Gebühr fällt allerdings nur einmalig und nicht regelmäßig an, sodass sie die Gesamtrendite bei einem langfristigen Anlagehorizont nicht in wesentlichem Umfang reduziert.

Gesamtkostenquote: Nicht selten bei 1 bis 3 Prozent

Aus den Kostenarten, die wir zuvor aufgelistet haben, errechnet sich im individuellen Fall die sogenannte Gesamtkostenquote, auch als Total Expensive Rate (TER) bezeichnet. Diese Gesamtkosten können Sie pro Jahr von der Performance abziehen, die Sie mit dem jeweiligen Wertpapier erzielen. Nicht selten beträgt die Gesamtkostenquote inklusive einmaliger Kosten, wie zum Beispiel den Depotgebühren oder eventuellen Positionsgebühren, zwischen 1 bis 3 Prozent pro Jahr. Was dies für Ihre Rendite bedeuten kann, möchten wir anhand des folgenden Rechenbeispiels verdeutlichen:

  • Performance (Kursentwicklung) des Portfolios: 6,3 %
  • Gesamtkostenquote: 2,3 %
  • Gesamtrendite (Nettorendite): 4 %

Wenn Sie also mit Ihrem Portfolios eine eigentlich sehr gute Performance von insgesamt 6,3 Prozent erzielt haben, bleibt davon wegen der anfallenden Kosten nur eine Rendite von netto vier Prozent übrig. Es lohnt sich also definitiv, die Kosten beim Handel mit und Investment in Wertpapiere miteinander zu vergleichen.